Kurz gesagt
- Die meisten Remote-Arbeitenden wohnen in Guanarteme oder Santa Catalina, also in Laufweite zur Playa de Las Canteras.
- Coworkings mit Call-Räumen liegen fast alle im selben Strandviertel, Tagespässe kosten rund 20 EUR zzgl. 7 % IGIC.
- Deine deutsche SIM funktioniert per EU-Roaming, eine lokale Prepaid-SIM brauchst du für 2–8 Wochen meist nicht.
- Im Juli und August hängt oft eine Wolkendecke über der Stadt, die beste Zeit für viel Sonne und Community ist Herbst bis Frühjahr.
- Die Kanaren liegen außerhalb des EU-Mehrwertsteuergebiets: Onlinebestellungen kosten oft Zollgebühren oder kommen gar nicht an.
Wo wohnen
Las Palmas zieht sich lang und schmal an zwei Küsten entlang. Für eine Workation zählt vor allem, wie weit du zu Fuß zum Strand und zum Coworking hast. Die meisten Spaces liegen auf der Las-Canteras-Seite, deshalb lohnt es sich, dort zu suchen, auch wenn die Mieten etwas höher sind.
Guanarteme / Las Canteras
Das inoffizielle Nomaden-Viertel am westlichen Ende des Strands, nah an Surfspot La Cicer und mehreren Coworkings. Lebhaft, viele Kurzzeitvermietungen, an der Promenade auch abends laut.
Santa Catalina / Puerto
Zentraler Knoten mit Busterminal, Hafen und Nachtleben, der Strand ist ein paar Minuten entfernt. Praktisch, aber rund um den Parque Santa Catalina wird es an Wochenenden und zum Karneval laut.
Alcaravaneras
Wohnviertel auf der Ostseite mit eigenem kleinem Stadtstrand und weniger Touristen. Ruhiger und alltäglicher, zu den Coworkings in Guanarteme fährst du mit dem Bus oder läufst gut 30 Minuten.
Ciudad Jardín
Gartenstadt mit Villen und Grün zwischen Alcaravaneras und Zentrum. Hier betreibt Repeople zwei Coliving-Häuser, gut für alle, die Ruhe und eingebaute Community wollen.
Triana / Vegueta
Altstadt und Einkaufsviertel im Süden mit schöner Architektur und Busbahnhof San Telmo. Vom Strand bist du hier weit weg, dafür lebst du näher am lokalen Alltag.
Wo arbeiten
Die Coworking-Dichte rund um Las Canteras ist hoch, und mehrere Spaces haben eigene Call-Räume, was in Spanien nicht selbstverständlich ist. Preise verstehen sich auf den Kanaren meist zuzüglich 7 % IGIC statt Mehrwertsteuer. Ein Probetag vor der Monatsbuchung lohnt sich, weil Atmosphäre und Lautstärke stark schwanken.
Etwa eine Minute von Las Canteras, laut Website fünf Videocall-Räume für Mitglieder inklusive. Tagespass 20 EUR, Woche 75 EUR, Monat 150–175 EUR, jeweils zzgl. IGIC; mit eigenem Schlüssel 24/7.
Calle Simancas in Guanarteme, zwei Telefonkabinen und ein Besprechungsraum, Mitglieder haben 24/7-Zugang. Probetag über die Website buchbar, Monatspreise stehen dort nur als Grafik, daher vorher anfragen.
Internet & SIM
Die Kanaren gehören für das Mobilfunk-Roaming zur EU. Deine deutsche SIM läuft also zu Inlandskonditionen, solange du nicht über Monate mehr im Ausland als zu Hause surfst; dann darf dein Anbieter nachfragen und Aufschläge verlangen. Eine spanische Prepaid-SIM lohnt sich vor allem, wenn dein deutscher Tarif wenig Datenvolumen hat. Für Spanien musst du dich beim Kauf mit Ausweis registrieren.
Für 2–8 Wochen die einfachste Lösung. Prüfe vorher, ob dein Tarif eine Fair-Use-Grenze für Roaming-Daten hat.
Günstiger spanischer Anbieter ohne Vertragsbindung, Aufladung jeweils für 28 Tage. Eigene Digi-Läden haben wir in Las Palmas nicht gefunden, die SIM gibt es online oder bei Verkaufsstellen.
Coworking als Backup
Bei wichtigen Calls ist das Coworking-WLAN mit Call-Raum verlässlicher als das WLAN einer Ferienwohnung. Frag bei der Wohnungssuche nach einem Speedtest-Screenshot.
Beste Reisezeit
Das Klima ist ganzjährig mild, die Unterschiede liegen eher bei Sonne, Preisen und Community. Von November bis März ist Hauptsaison für Menschen aus Nordeuropa: mehr Remote-Arbeitende, mehr Events, aber auch höhere Mieten. Im Juli und August schieben die Passatwinde oft eine tiefe Wolkendecke über die Stadt, lokal Panza de burro genannt; dann ist es im Süden der Insel sonnig und in Las Palmas grau, aber warm. Gelegentlich bringt Calima Saharastaub und diesige Luft. Der Karneval im Februar oder März ist groß und laut, rund um Santa Catalina besonders.
Was es kostet
Die Zahlen unten stammen aus dem regulären Mietmarkt. Möblierte Unterkünfte für wenige Wochen liegen spürbar darüber, besonders im Winter. Rechne beim Coworking die 7 % IGIC dazu.
WG-Zimmer 1 Monat
Laut idealista im ersten Quartal 2026 im Schnitt 420 EUR. Das ist der Langzeitmarkt, Kurzzeitzimmer kosten meist mehr.
Kleine Wohnung bis 60 m²
Laut enalquiler im Mai 2026 im Schnitt rund 960 EUR Kaltmiete pro Monat bei langfristiger Vermietung, möbliert für 1–2 Monate deutlich teurer.
Coliving
Repeople bewirbt für sein Haus in Agaete (nicht in der Stadt) Angebote ab 1.190 EUR für vier Wochen; für die Häuser in Las Palmas stehen keine Preise online, also direkt anfragen.
Coworking-Monat
150–175 EUR zzgl. IGIC bei Soppa de Azul, je nach flexiblem oder festem Platz.
Flughafenbus
Linie 60 kostet laut Aena 2,30 EUR bis San Telmo und 2,95 EUR bis Santa Catalina.
Leute treffen
Die feste Nomaden-Infrastruktur früherer Jahre ist kleiner geworden; die alten Treffen auf Nomads.com etwa enden 2023. Am verlässlichsten triffst du Leute heute über die Coworkings selbst, über Surfkurse am Strand und über Coliving-Häuser.
Laut Bewertungen auf der Website gibt es donnerstags ein gemeinsames Frühstück im Coworking, eine einfache Gelegenheit zum Ankommen.
Bar, Dachgarten und regelmäßige Events machen den Ort zum Treffpunkt, auch wenn du dort nicht arbeitest.
Anreise & Formalitäten
Direktflüge aus Deutschland dauern rund viereinhalb bis fünf Stunden. Vom Flughafen fährt die Global-Linie 60 laut Aena zweimal pro Stunde in etwa 25 Minuten nach San Telmo und Santa Catalina, letzte Abfahrt gegen 23:15 Uhr; danach bleibt das Taxi. Als Deutsche reist du mit Personalausweis oder Reisepass ein, ein Visum brauchst du nicht. Wer länger als drei Monate in Spanien lebt, muss sich als EU-Bürger registrieren lassen. Verbindlich sind die Seiten des Auswärtigen Amts und der spanischen Behörden, wir sind keine Rechtsberatung. Nimm deine Europäische Krankenversicherungskarte mit und prüf, ob du eine Auslandsreise-Krankenversicherung brauchst.
Die Haken
Las Palmas ist alltagstauglicher als viele Inselorte, hat aber eigene Reibungspunkte, die auf keiner Datenseite stehen.
Pakete und Zoll
Die Kanaren liegen außerhalb des EU-Mehrwertsteuergebiets. Viele Onlineshops liefern gar nicht, und Kurierdienste berechnen Gebühren für die Zollabwicklung. Bring mit, was du brauchst.
Graue Sommer in der Stadt
Die Panza de burro kann im Hochsommer wochenlang über Las Palmas hängen, während der Süden der Insel in der Sonne liegt.
Wohnungsmarkt unter Druck
Seit Dezember 2025 gilt ein neues Kanaren-Gesetz für Ferienwohnungen. Achte bei Kurzzeitmieten auf eine registrierte Unterkunft und einen schriftlichen Vertrag, unseriöse Angebote sind häufig.
Weit weg
Flüge dauern länger als zum Festland, Kurztrips nach Hause sind teurer. Dafür liegt die Insel eine Stunde hinter deutscher Zeit, was Vormittags-Calls entspannter macht.
Atlantik statt Mittelmeer
Das Wasser ist frischer als viele erwarten, und außerhalb der Riffzone von Las Canteras gibt es Strömungen. Beachte die Flaggen der Rettungsschwimmer.
Quellen
- WorkationBase Datenseite Las Palmas
- Soppa de Azul (Preise, Call-Räume)
- White Forest Coworking
- Talleres Palermo (Kontakt, Adresse)
- Repeople Coliving
- Aena: Bus vom Flughafen Gran Canaria
- Global (Überlandbusse Gran Canaria)
- idealista: Zimmerpreise Q1 2026
- enalquiler: Mietpreise Las Palmas 2026
- Gran Canaria Info: Panza de burro
- Auswärtiges Amt: Spanien Reise- und Sicherheitshinweise
- Policía Nacional: Registrierung EU-Bürger
- Rat der EU: Roaming und Fair Use
- Digi Prepaid-Tarife
- Sendcloud: Versand und Zoll Kanaren
- Chekin: Ley 6/2025 Ferienwohnungen Kanaren
- Meetup: Discover Gran Canaria with friends
Stand der Recherche: Oktober 2026. Preise und Angebote ändern sich – im Zweifel beim Anbieter prüfen. Keine Rechts- oder Visumsberatung.
